Raimund Welsch | Vorsicht im CERN! - Offene Bedenken aus der zweiten PhysikerreihePhysiker (Ehemal. Studienabbrecher der RWTH Aachen) u. geprüfter Diplom-Physikingenieur (FH Jülich)Adressiert an ahnungslose Laien!An dieser Stelle möchte ich - insbesondere als betroffener Erdenmitmensch - mit eigenen Gedanken auch meine Bedenken unübersehbar zum Ausdruck bringen, bevor es für uns alle zu spät sein könnte. Ich erhebe nicht den unhaltbaren Anspruch auf absolute Richtigkeit meiner Aussagen, denn ich habe nicht Mittel genug, sie zu prüfen und bekenne mich zudem zum menschlich möglichen Irrtum, der uns wohl allen anhaftet. Aber bitte, liebe mitbetroffenen LeserInnen, nehmen Sie die vielen warnenden und besorgt diskutierenden Stimmen der Kritiker des künstlich geplanten Mini-Urknalls ernst! Um den von Menschenhand und -kopf geplanten Urknall in den richtigen Zusammenhang zu stellen, möchte ich als Erstes erwähnen, dass die weltgrößte Maschine nicht ohne Grund als "Gottesmaschine" bezeichnet wird, die gesuchten Higgs-Teilchen werden "Gottesteilchen" genannt. Der Mensch macht sich hier selbst zum Schöpfer und "spielt" Gott. Meine Lebenserfahrung sagt mir: "Das kann vom Ansatz her nicht gut gehen!" Das Experiment findet auf extraterritorialem Gebiet statt. Nach meinem jetzigen Wissensstand (13.02.2010) entscheiden Politiker und hochrangige Fachkräfte nach bestem Wissen und Gewissen - das setze ich hier einmal voraus - über die Wahrscheinlichkeit, mit der die Menschheit mitsamt unseres kostbaren blauen Planeten und allen darauf befindlichen Lebewesen und Errungenschaften auf Grund des Experimentes zunichte gemacht werden darf. Darf eine Minderheit zudem von rechtlich unzugänglichem Gelände aus die ganze Menschheit so gefährden? Falls ja, d.h. die gesamte betroffene Weltbevölkerung würde dieses Machtgefüge so schweigend akzeptieren, dann muss hierzu ein Urteil mit katastrophalen Folgen gesprochen werden. Gruppierungen beliebiger Fachrichtungen könnten sich ab sofort hierauf berufend in vergleichbarer Weise organisieren und ähnliche Entscheidungsbefugnisse über Milliarden von Menschen hinweg beanspruchen. Wollen Sie das befürworten, liebe LeserInnen? Um es konkret werden zu lassen: Welche Risikowahrscheinlichkeit für den selbstverursachten Weltuntergang würden Sie akzeptieren? a) 0% Risiko b) nur ein fast vernachlässigbares Risko (Wie groß genau?) c) bis max. 1% d) bis max. 15% e) egal ? Schon mein Sachverstand sagt mir, dass selbst die Risikowahrscheinlichkeit für einen möglicherweise eintretenden Supergau von Sachverständigen nicht seriös abgeschätzt werden kann, da wir naturgemäß davon ausgehen müssen, dass auch den Fachleuten nicht alle Komponenten, von denen der Ausgang des Experimentes z. Zt. abhängt, bekannt sein können. Wären alle Komponenten 100%-ig bekannt, so wäre das geplante Experiment ja überflüssig. Doch das Experiment soll geradezu dazu dienen a) bestehende Theorien zu bestätigen bzw. zu widerlegen und b) "neue Physik" zu entdecken. Das widerspricht sich! Neben diesen weitreichenden, aber eher allgemeinen Bedenken möchte ich in bewusst einfachen Worten einige fachliche Aspekte nennen, die m. E. bis dato ungeklärt sind, und weshalb die Risikowahrscheinlichkeit uneinschätzbar bleibt: a) Im Experiment können theoretisch "Mini Schwarze Löcher" (MBH) entstehen. Das wird nicht mehr bestritten. Diese könnten sich stabilisieren, wenn die so genannte "Hawking-Strahlung" nicht existiert. Die "Hawking-Strahlung" ist bislang hierfür nicht nachgewiesen, sondern reiner Bestandteil einer schwer nachvollziehbaren, komplexen Theorie. Selbst Fachleute streiten sich über die Interpretationen Hawkings. Darüber hinaus ist nicht vollständig bekannt, wie solche Mini Schwarze Löcher ggf. akkretieren, d. h. durch ihre zunehmende Gravitation statisch oder rotierend Energie aufnehmen. Neben den genannten Aspekten warten noch viele andere wie beispielsweise die mögliche Erzeugung sogenannter Strangelets, deren Verhalten man auf Grund der entstehenden Singularitäten kaum abschätzen kann, weil sie sich wie ihr zugewiesener Name schon sagt "seltsam" verhalten. Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass gute Argumente aus vielen Ecken zu vernehmen sind, die insbesondere in diesem Fall nicht deswegen überhört werden dürfen, weil den Sprechern in oftmals zynischer Sprache Inkompetenz unterstellt wird. Argumente überzeugen erst im robusten Zusammenhang. Erst der Laie hat oft den nötigen Abstand von der akribischen Betriebsblindheit des Fachmanns. Wer klug ist, macht sich heute noch schlau! Mit herzlichen Grüßen und einem dringenden Appell an die Vernunft, Raimund Welsch |